Schützt euch jetzt, bevor es zu einem Brand kommt. Zum #rauchmeldertag zeigen wir euch auf, wie ihr mögliche Brandgefahren in der Wohnung ganz einfach erkennen und beheben könnt.

Noch immer fordern jedes Jahr Brände in Deutschland rund 350 Menschenleben. Viele dieser Tragödien lassen sich jedoch verhindern, wenn man einige wichtige Regeln des Brandschutzes beachtet. Was viele nicht wissen: Gerade in Wohnungen lauern zahlreiche Gefahrenquellen für Brände, die auf dem ersten Blick eher harmlos anmuten. Dabei birgt jedes Zimmer unterschiedliche Brandgefahren. Erfahren Sie, wie Sie das Brandrisiko in den eigenen vier Wänden minimieren können.

Gefahren in der Küche

Laut Statistik ist die Küche der Ort im Haushalt, von dem die meisten Wohnungsbrände ausgehen. Hier findet sich auch die größte Anzahl an elektronischen Geräten (Kühlschrank, Mikrowelle, Toaster, Kaffeemaschine, Spülmaschine, Mixer etc.)  in einem Raum – und hier hantieren wir täglich mit Hitze und offenem Feuer (Gasherd). Der Herd ist die Quelle für fast die Hälfte aller in der Küche auftretenden Brände – so entzündet sich nicht selten heißes Fett beim Kochen und wird zu einem sogenannten “Fettbrand”.

Brandschutz-Tipps für die Küche

  • Lassen Sie beim Kochen den Herd niemals unbeaufsichtigt
  • Achten Sie darauf, Bratfette und Öle nicht übermäßig stark zu erhitzen und kochen Sie nur mit frischen Fetten – bereits mehrfach verwendetes Fett entzündet sich schneller und stellt damit ein Risiko für einen Fettbrand dar
  • Sollte es doch einmal zu einem Fettbrand kommen – niemals mit Wasser löschen! Falls zur Hand, ersticken Sie die Flammen mit dem Deckel der Bratpfanne – oder verwenden Sie einen speziellen Fettbrandfeuerlöscher
  • Nehmen Sie nach dem Kochen immer alle Pfannen und Töpfe vom Herd
  • Säubern Sie den Herd – und besonders die Dunstabzugshaube – regelmäßig von Fetten und Fettablagerungen
  • Überprüfen Sie außerdem, ob Ihr Elektroherd eine automatische Abschaltfunktion besitzt
  • Falls Sie einen Gasherd nutzen – prüfen Sie, ob dieser über eine Zündsicherung verfügt
  • Nutzen Sie die Herdplatte nicht als Ablage für Textilien (z.B. Küchentücher, Ofenhandschuhe, Topflappen etc.) oder Gegenstände aus leicht entflammbaren und brennbaren Materialien (z.B. Kunststoffe)

Gefahren durch elektrische Geräte und Mehrfachsteckdosen

Ein Drittel aller Wohnungsbrände sind auf elektrische Defekte zurückzuführen. Veraltete oder defekte elektrische Geräte und überlastete Mehrfachsteckdosen können gefährlich sein. Viele wissen nicht, dass sowohl Wandsteckdosen als auch Mehrfachsteckdosen eine maximale Leistung besitzen, die nicht überschritten werden darf. Überlastete Mehrfachsteckdosen überhitzen schnell und sind damit ein Brandrisiko.

Brandschutz-Tipps für elektrische Geräte und Mehrfachsteckdosen

  • Überprüfen Sie regelmäßig Elektrogeräte wie Bügeleisen, Heizstrahler, Toaster, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Mixer, Mikrowelle, Kühlschränke, E-Herde, Steh- und Tischlampen und elektronische Einbauten auf Abnutzungserscheinungen, brüchige oder beschädigte Anschlussleitungen und mögliche Defekte
  • Ersetzen Sie veraltete und defekte elektronische Geräte schnellstmöglich durch neue, zeitgemäße Haushaltsgeräte, die über zusätzliche Sicherheitsmechanismen verfügen – wie eine Abschaltautomatik oder ein Überhitzungsschutz
  • Tauschen Sie defekte und geflickte Kabel unbedingt aus
  • Ziehen Sie bei kleinen Geräten den Stecker, wenn diese nicht mehr benutzt werden
  • Achten Sie darauf, dass die maximale Leistung einer Mehrfachsteckdose nicht überschritten wird – die maximale Belastung einer Mehrfachsteckdose entnehmen Sie der Gerätebeschreibung
  • Schließen Sie große Haushaltsgeräte direkt an eine Wandsteckdose an
  • Achten Sie beim Kauf von Mehrfachsteckdosen auf die Siegel des VDE oder des TÜV – das schafft Orientierung und Sicherheit

Gefahren in Wohn- und Schlafzimmer

Ein Risiko für Brände in Wohn- und Schlafzimmern sind besonders Elektrogeräte im Stand-by-Modus und überlastete oder defekte Steckdosenleisten. Hier kann es manchmal zu einem Kurzschluss und zur Überhitzung kommen. Doch selbst Staub in alten Elektrogeräten oder in Steckdosen kann ein Sicherheitsrisiko sein, wenn Feuerfunken in Brand geraten. Ein weiterer entscheidender Faktor ist – neben defekten Haushaltsgeräten und überlasteten Wand- und Mehrfachsteckdosen – auch die persönliche Wohnsituation: So gehören Rauchen im Bett, unbeaufsichtigte Kerzen, offenes Kaminfeuer im Winter und nicht erkaltete Aschereste mitunter zu den häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände.

  • Lassen Sie Kerzen, Öfen, Öllampen oder offene Kamine nicht unbeaufsichtigt
  • Prüfen Sie den Rauchabzug des Kamins, platzieren Sie einen Funkenfang und verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz
  • Achten Sie darauf, dass offene Flammen ausreichend Abstand zu Stoffen und Materialien haben, die leicht entflammbar sind und stellen Sie Elektrogeräte, die Hitze erzeugen, nicht auf brennbare Unterlagen ab
  • Vermeiden Sie einen Wärmestau, indem Sie für ausreichend Belüftung sorgen
  • Nutzen Sie LED- statt Halogenlampen – von ihnen geht keine Feuergefahr aus
  • Ziehen Sie bei Haushaltsgeräten, die Sie gerade nicht nutzen, den Stecker und nehmen Sie diese vom Strom verzichten Sie auf den Stand-by-Modus
  • Platzieren Sie Mehrfachsteckdosen/Steckdosenleisten möglichst weit weg von Möbeln und Materialien, die leicht entflammbar sind
  • Lassen Sie defekte Haushaltsgeräte immer vom Fachmann reparieren – oftmals lohnt ein Neukauf mehr als eine Reparatur
  • Rauchen Sie nicht in Wohn- und Schlafzimmer, rauchen Sie niemals im Bett

Gefahren im Kinderzimmer

Für kleine Kinder ist Feuer faszinierend. Sie müssen erst für die Gefahren des Feuers sensibilisiert werden und frühzeitig den verantwortungsvollen Umgang damit lernen. Im Kinderzimmer sind viele Gegenstände, die mitunter leicht entflammbar sein können. Hierzu zählen vor allem Plüschtiere, Matratzen und Wohntextilien.

  • Beginnen Sie frühzeitig mit der Brandschutzerziehung und sensibilisieren Sie Kinder für die Gefahren, die von Feuer ausgehen
  • Lassen Sie Kinder nicht mit Feuerquellen wie Wunderkerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge etc. spielen und bewahren Sie solche Gegenstände immer außer Reichweite von Kindern auf
  • Prüfen regelmäßig Elektrogeräte im Kinderzimmer, achten Sie auf brüchige Anschlusskabel und tauschen Sie alte oder defekte Geräte aus

Rauchmelder retten leben

In Deutschland herrscht flächendeckend eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume (mit Ausnahme für Sachsen: hier gilt die Rauchmelderpflicht nur für Neubauten). Zwar gelten in den einzelnen Bundesländern noch Übergangsfristen für Bestandsbauten, doch gilt grundsätzlich: überall dort wo Menschen schlafen, sollen Rauchmelder montiert sein. Wir empfehlen, für die Küche geeignete Rauchmelder mit Stummschaltung zu installieren. Bitten Sie Ihren Vermieter, falls noch nicht geschehen, Rauchmelder auch in Ihrer Wohnung einbauen zu lassen. Falls Sie selbst Eigentümer oder Vermieter sind, achten Sie auf qualitativ hochwertige Rauchmelder – sogenannte Q-Rauchmelder.

Rauchmelder mit dem Qualitätssiegel “Q” besitzen eine fest eingebaute Lithium-Langzeitbatterie mit einer garantierten Lebenszeit von 10 Jahren, verfügen über eine verbesserte Messtechnik und sind durch ihre Bauweise besonders gegen Fehlalarme geschützt. Q-Rauchmelder werden von Brandschutzexperten und Feuerwehren empfohlen. Gute Q-Rauchmelder erhalten Sie schon für wenig Geld – wie erst kürzlich die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe 01/2018 festgestellt hat.

5 Experten-Tipps – Wohnungsbrände vermeiden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.